Wohnen im Gesamtkunstwerk
Die Zürcher Galeristin und Kunstberaterin Frédérique Hutter ist bekannt für ihre Ausstellungen und unerschütterlichen Geschmack. Sie kuratiert nicht nur Schauen mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, sondern sie sammelt auch selbst und integriert die Preziosen geschickt in ihre Wohnumgebung.
Text: Stephanie Ringel; Fotos: Chiara Kettmeir, K2F GmbH / Mirjam Kluka.
Wenn man «Galerie» hört, tauchen vor dem geistigen Auge schnell grosse, helle Räume auf. Vielleicht mit Oberlicht für den indirekten Lichteinfall, weisse Wände als neutrale Fläche für die Kunst. Wenn sie zu ihren Vernissagen einlädt, sieht man Frédérique Hutter in diesen Räumen stehen, als strahlende Erscheinung, hinter ihr der schlichte Raum.
Nun, sie kann auch anders. Für eine kleine kuratierte Ausstellung bespielte sie das Neumarkt 17 Loft und transformierte es in eine Beletage. Dorthinein, in diese wohnliche, opulente Atmosphäre, brachte sie die Tuscharbeiten auf Papier sowie Glasobjekte von Andrea Heller, Keramikskulpturen von Estelle Gassmann, und sie lud Mirjam Fischer ein, ihre Kunstbücher zu präsentieren. Sie zeigte mit Stil, wie mit zeitgenössischen Kulturobjekten gelebt werden kann, ohne sie auszustellen. Ihre eigene Wohnung ist eine Wunderkammer (s. Bilder). Sie lebt seit über 20 Jahren im Oberdorf der Zürcher Altstadt in einer Zweizimmerwohnung mit Küche. «Ihr Appartement ist im gleichen Geist eingerichtet wie unser Loft», so Andreas Schwarz. «Bei ihr ist es unglaublich stimmungsvoll.» Anregungen hatte Andreas Schwarz dennoch: «Wie wäre es, wenn du dich etwas auffrischst?» Nun sind die Wände im erdigen Farbton Stirabout (No. 300) und Vert De Terre (No. 234) von Farrow & Ball gestrichen. Ein kleines Sideboard von Montana, Esstischstühle von Prouvé und ein Anagram Sofa sind eingezogen. Moderne Klassiker für die Sammlerin.
und Bilder.
und Bilder.